Maulkorbpflicht

Ein Hundehalter trägt die alleinige Verantwortung für seinen Vierbeiner. Daher gibt es bestimmte Regeln, an die sich alle Hundebesitzer zu halten haben. Gerade wenn sich der Tierhalter mit seinem Hund in der Öffentlichkeit aufhält und andere, nicht dazugehörige Personen in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Aus diesem Grund wurde in Deutschland neben der Leinenpflicht auch die Pflicht eingeführt, dass in verschiedenen Situationen die Hunde einen Maulkorb tragen müssen. Nur so kann eine gegenseitige Rücksichtnahme zum Beispiel in Bahn und Bus gelingen. Nicht jeder Hund und auch nicht in jeder Situation muss der Maulkorb eingesetzt werden. Im Folgenden wird darüber aufgeklärt, wann und warum ein Maulkorb getragen werden muss.

Warum gibt es eine Maulkorbpflicht in Deutschland?

Gerade, wenn Hundehalter mit ihren Vierbeinern an belebten Orten unterwegs sind, kann der Hund sich aufgrund der vielen Menschen unwohl fühlen. In einem solchen Fall sind manche Tiere schnell gestresst. Die Situation ist vielleicht ungewohnt oder sogar beängstigend. Dann schnappen auch freundliche oder ruhige Hunde schnell mal nach einem fremden Menschen, der ihm aus Hundesicht zu Nahe kommt. Bei kleinen Hunden gibt es in der Regel nur leichte Kratzer, doch gehört das Tier einer größeren und kräftigeren Rasse an, dann kann dies schnell zu einer großen Wunde kommen. Auch auf einer Hundewiese mit vielen verschiedenen und auch unbekannten Hunden kann es schnell zu einer Beißerei kommen. Manche Tiere sind an der Leine, andere laufen frei. Gerade eine solche Situation kann gefährlich für alle Beteiligten werden. So fordern viele in Deutschland die Mailkorbpflicht nicht nur für die sogenannten Listenhunde sondern auch in bestimmten öffentlichen Situationen, wie zum Beispiel in der Bahn oder dem Linienbus für alle Hunderassen.

Wichtig für den Hundehalter ist in diesen Fällen auch zu wissen, welchen Maulkorb er für seinen Vierbeiner wählen muss. Denn auch hierbei müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden. So darf der Hund durch den Maulkorb nicht am Trinken, Hecheln oder sogar Atmen behindert werden. Auch darf der Maulkorb den Hund nicht an seinen normalen und üblichen Bewegungen hindern und den Hund auf keinen Fall verletzen. Mit dem Maulkorb soll nur das Schnappen oder Zubeißen nach anderen Hunden oder sogar Personen verhindert werden.

Maulkorbpflicht in Deutschland

Maulkorbpflicht

Regelung der Maulkorbpflicht in Deutschland und den einzelnen Bundesländern.

Je nach Bundesland ist in Deutschland geregelt, wann und wie Hunde in der Öffentlichkeit einen Maulkorb tragen müssen. Sogar von Gemeinde zu Gemeinde und Stadt zu Stadt können hier unterschiedliche Regelungen bestehen. In der Regel obliegt die Entscheidung über Leinen- und Maulkorbpflicht der Verwaltungsbehörde einer Gemeinde. So sind gerade die sogenannten Listenhunde, die oft auch als Kampfhunde betitelt werden, von der Maulkorbpflicht betroffen. Dennoch gibt es auch immer wieder Sondergenehmigungen. Wenn Wesenstest oder ein entsprechender anderer Nachweis für einen Listenhund vorliegen, dass es sich bei dem Tier um einen sehr gutmütigen und friedliebenden Hund handelt, dann kann von dem Tragen eines Maulkorbs in einzelnen Fällen auch abgesehen werden.

Weitere Tipps für einen Maulkorb finden Sie hier

Allerdings steht immer die Sicherheit an erster Stelle und in den meisten Fällen müssen die Listenhunde immer an der Leine gehen und in bestimmten Situationen zusätzlich einen Maulkorb tragen.

So ist es in Berlin Pflicht für Hundehalter von Kampfhunden, dass diese einen Maulkorb tragen müssen. In Brandenburg müssen sogar auch kleine Hunderassen in bestimmten Situationen, wie zum Beispiel in Verwaltungsgebäuden oder öffentlichen Verkehrsmitteln einen Maulkorb tragen. In NRW werden gerade die Halter von Terrierrassen zum Maulkorb tragen verpflichtet, wenn diese Rassen als bissig gelten. Der Nachweis, dass ein Hund der Listenrassen nicht gefährlich ist, obliegt immer dem Besitzer. Erst dann kann das Tier von der Maulkorbpflicht befreit werden.

Maulkorbpflicht NRW

In Nordrhein-Westfalen ist es nicht jedem Hundebesitzer erlaubt, einen Listen- oder auch Kampfhund zu besitzen. Nach dem Landeshundegesetz werden alle Hunde als gefährlich angesehen, die mit einer gesteigerten Aggressivität ausgebildet oder gezüchtet werden. Hinzu kommt ebenfalls, ob ein Hund bereits eine außenstehende Person angesprungen, gebissen oder bedroht hat. Auch das Hetzen, Jagen oder Beißen von anderen Hunden, Katzen, Wild oder anderen fällt unter die Regelung. So wird in Nordrhein-Westfalen bei den folgenden Rassen eine grundlegende Gefährlichkeit angenommen:

  •  American Staffordshire Terrier
  •  Staffordshire Terrier
  •  Pitbull Terrier
  •  Bullterrier

Mit einer behördlichen Erlaubnis dürfen in NRW diese Rassen gehalten werden. Diese Erlaubnis erhält der Halter nur, wenn er einen Sachkundenachweis besitzt. Zudem muss er zwingend eine Haftpflichtversicherung für den Hund abgeschlossen haben. Die gefährlichen Rassen obliegen der ständigen Leinen- und Maulkorbpflicht außerhalb der eigenen vier Wände. So gilt der Leinen- und Maulkorbzwang in einem Mehrfamilienhaus bereits im Treppenhaus und Aufzug. Auf ausgewiesenen Hundeauslaufflächen dürfen diese Hunde mit Maulkorb und ohne Leine laufen.

Weitere Infos zur Leinenpflicht in NRW hier

Für die weiteren Hunde auf der folgenden Liste muss ebenfalls eine Sachkunde des Halters vorliegen sowie die Hunde eine Haftpflichtversicherung besitzen. Auch die Maulkorbpflicht hat bei diesen Rassen eine Gültigkeit:

  •  American Bulldog
  •  Alano
  •  Mastiff
  •  Bullmastiff
  •  Mastino Napoletano
  •  Mastino Espanol
  •  Dogo Argetino
  •  Tosa Inu
  •  Rottweiler
  •  Fila Brasileiro

Aufstellung der Listenhunde deutschlandweit und deren Maulkorbpflicht

In fast allen Bundesländern und Regionen Deutschlands gelten die folgenden Arten als gefährlich, so dass es sich hierbei um die sogenannten Listenhunde handelt, die jederzeit in der Öffentlichkeit, auch bei einem nur kurzen Spaziergang um die Ecke einen Maulkorb tragen müssen. So gehören zu den deutschlandweiten Listenhunden die folgenden Rassen:

  •  Bullterrier
  •  American Pitbull Terrier
  •  American Staffordshire Terrier
  •  Staffordshire Bullterrier
  •  Tosa Inu
  •  Rottweiler

Die Hunde von der Liste, zu denen in Brandenburg auch der Dobermann gehört, müssen jederzeit in der Öffentlichkeit an der Leine geführt werden. Zusätzlich müssen sie einen Maulkorb tragen, es sei denn, sie haben den Wesenstest positiv bestanden. In einem solchen Fall kann der Maulkorb weggelassen werden. Der Hundehalter ist jedoch in der Pflicht, den Wesenstest mitzuführen und jederzeit vorlegen zu können. Es bietet sich immer an, wenn ein Hund angeschafft wird oder ein Umzug von einem Bundesland in ein anderes bevorsteht sowie auch bei einem Urlaub mit dem Hund, sich vorab zu erkundigen, wie die Maulkorbpflicht in der jeweiligen Gemeinde geregelt ist. Dies gilt vor allem für die Hundehalter, die einen Listenhund besitzen oder sich anschaffen wollen. Bei einer Reise ins benachbarte Ausland sollte sicherheitshalber ein Maulkorb bei den oben genannten Rassen immer mitgeführt werden.

Wie sieht die Maulkorbregelung bei Schäferhund, Pitbull, Rottweiler und Dobermann aus?

Rottweiler und Pitbull stehen auf der Liste der gefährlichen Rassen und müssen daher in allen Bundesländern in der Öffentlichkeit einen Maulkorb tragen, außer es besteht der Nachweis, dass der Wesenstest positiv ausgefallen ist. In solchen Fällen kann aber immer noch von einzelnen Gemeinden oder Städten gefordert werden, dass die Hunde einen Maulkorb in öffentlichen Gebäuden oder Verkehrsmitteln tragen müssen, da sie hier einem größeren Stress ausgesetzt sein könnten. Der Dobermann ist eine Rasse, die auch in Brandenburg als Listenhund geführt wird und deswegen auch eine Maulkorbpflicht besteht. Schäferhunde unterliegen der Maulkorbpflicht in Deutschland nicht generell und müssen nur in bestimmten Fällen, zum Beispiel wenn sie bereits aggressiv aufgefallen sind, einen Maulkorb in der Öffentlichkeit tragen. Hat der Halter eines Listenhundes keinen Nachweis über den Wesenstests des Hundes dabei und trägt der Hund keinen Maulkorb in der Öffentlichkeit, dann kann dies ein hohes Bußgeld zur Folge haben. Kommt es vermehrt vor, dass ein Hundebesitzer seinen Hund ohne Maulkorb in der Öffentlichkeit laufen lässt, dann kann es sogar passieren, dass ihm das Tier entzogen wird. Denn bei Wiederholungstätern geht das Ordnungsamt davon aus, dass es mutwillig passiert und der Hundehalter nicht in der Lage ist, auf seinen Hund aufzupassen, so dass dieser keine anderen Personen oder Tiere schädigen kann.

Sind Sie für eine generelle Maulkorbpflicht ?

Ja Hunde sollten einen Maulkorb tragen

0 Ja 10 Nein

User Rating: 4.8 ( 2 votes)