Leinenzwang und Leinenpflicht

Leinenpflicht und Leinenzwang für Hunde

Leinenpflicht in Niedersachsen

Wer im Bundesland Niedersachsen mit seinem Hund unterwegs ist, sollte die Bestimmungen zur Leinenpflicht kennen. Diese sind deutlich abgegrenzt, wobei es einige Ausnahmen für die Vierbeiner gibt. In jedem Fall lohnt es sich, im Vorfeld entsprechende Informationen einzuholen, da die Strafen bei Nichtbeachtung deutlich ausfallen.

Während bestimmter Zeiträume gilt generelle Leinenpflicht.

In Niedersachsen besteht in der sogenannten freien Landschaft zwischen 01. April und 15. Juli eine generelle Leinenpflicht für alle Hunde. Das ist im § 33 der niedersächsischen Wald- und Landschaftsordnung so geregelt, wobei sich der Begriff der freien Landschaft auf sämtliche Waldflächen und Gewässer, aber auch bebaute Ortsteile bezieht. Im Naturschutzgebiet in Niedersachsen gilt die generelle Leinenpflicht im übrigen während des ganzen Jahres. Auch wenn Hundehalter der Meinung sind, dass die als Hundefreilaufflächen ausgewiesenen Wiesen von der Pflicht, den Hund an die Leine zu nehmen, ausgenommen sind, ist dies ein Irrtum. Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollten sie sich deshalb bei ihrem jeweiligen Wohnsitz bzw. der zuständigen Gemeinde nach den genauen Regelungen erkundigen.Warum die Leinenpflicht gilt
Der exakt definierte Zeitraum, während dem die generelle Leinenpflicht in Niedersachsen gilt, hat einen bestimmten Hintergrund. Dabei handelt es sich nämlich um die vorwiegende Brutzeit von Feldhasen, Dachsen oder Rehen und bestimmten Vogelarten. Während dieser Phase sind die Tiere in ihren Fluchtoptionen stark eingeschränkt oder es besteht sogar die Gefahr, dass sie ihr Brutgeschehen komplett einstellen. Mit der Leinenpflicht, die im übrigen nicht nur für die knapp 1,1 Millionen Hektar Waldfläche gilt, sondern auch für die Feldmark und die Bachufer, wird sichergestellt, dass die brütenden Tierarten nicht gestört werden.

Ausnahmen von der Leinenpflicht Niedersachsen

Es gibt einige Ausnahmen in Bezug auf die generelle Leinenpflicht in Niedersachsen. Diese gelten unter anderem innerhalb von Gebäuden, aber auch in privaten Gärten sowie auf Hofflächen. Befinden sich diese Flächen im Eigentum des Hundehalters, kann er seine Vierbeiner hier frei laufen lassen. Abgesehen davon gilt das Gesetz der Leinenpflicht nicht für Hunde, die rechtmäßig als Rettungshunde oder zur Blindenführung bzw. zum Hüten gehalten werden. Auch Polizei- und Zollhunde sind von der Ausnahmeregelung umfasst.

Gefährlich eingestufte Tiere werden nicht gesondert behandelt
Die Regelung zur generellen Leinenpflicht gilt allgemein für alle Hunde, kein Tier wird in Niedersachsen aufgrund seiner Abstammung oder Herkunft als gefährlich eingestuft. Um dies auszulösen, muss es konkrete Gefährdungsvorfälle gegeben haben und ein sogenannter Wesenstest vorliegen. Wird ein Vierbeiner als gefährlich eingestuft, kommt die Leinen- und Maulkorbpflicht zur Anwendung.

Leinenpflicht in Hannover

Die Regelungen zur Brut- und Setzzeit, die für die Leinenpflicht einen engen Zeitraum vorsehen, gelten im direkten Stadtbereich von Hannover nicht. Auch wenn es innerhalb des Stadtgebietes für sämtliche Grün- und Parkanlagen eine Leinenvorschrift gibt. Von dieser können sich die Hundehalter jedoch durch Ablegung einer speziellen Freilaufprüfungbefreien. Dazu muss eine Begleithundeprüfung oder aber ein Hundeführschein des Verbandes für Deutsches Hundewesen bzw. eine gleichwertige Prüfung abgelegt werden.

Die Regelung, Hunde während der Brut- und Seitzzeit an der Leine führen zu müssen, gelten für einige Gebiete in und um Hannover. Davon betroffen sind weite Teile von Ellenriede und dem Bornumer Holz, aber auch die Große Heide sowie der Seehorst. Auch die Landschaftsschutzgebiete Alte Bult sowie Benther Berg-Südaue und Kronsberg bzw. Obere Wietze und Miesburger Wald und die Laher Wiesen sind Gebiete mit dem geregelten Leinenzwang.

Art und Länge der Leine ist definiert
Wer in Hannover mit seinem Hund an der Leine unterwegs ist, sollte beachten, dass für die Innenstadt und die darin befindlichen öffentlichen Anlagen eine Leinenlänge von 1,5 Meter vorgeschrieben ist. In der freien Landschaft bzw. in Wäldern kann die Leine auch länger ausfallen, allerdings muss laut Angaben der Stadt sicher gestellt sein, dass der Hund nicht streunen oder stöbern kann.

Leinenpflicht in Braunschweig genau geregelt

Unter bestimmten Voraussetzungen müssen auch in Braunschweig die Hunde an der Leine geführt werden. Dies ist vor allem zum Schutz der Wildtiere für den Zeitraum zwischen 01. April und 15. Juli, gedacht. Ganzjährig gilt das auch in bestimmten Orten innerhalb des Stadtgebietes. In den öffentlichen Parkanlagen wie dem Bürgerpark oder dem Inselwallpark bzw. der Grünanlage des Löwenwalls sowie im Prinz-Albrecht-Park dürfen die Vierbeiner grundsätzlich nur an der Leine geführt werden. Dies gilt auch für den Ostteil des Richmond Parks sowie den Museumpark, den Theaterpark sowie den ViewegsGarten. Auch die Naturschutzgebiete Riddagshausen sowie Braunschweiger Okeraue bzw. dem Lammer Holz und dem Schapener Forst stehen unter der Anordnung der ganzjährigen Anleinpflicht für Hunde.

Einen Schritt weiter, nämlich zum generellen Betretungsverbot für Hunde, geht die Stadt Braunschweig auf städtischen Kinderspiel- und Jugendplätzen sowie anderen Flächen, die durch entsprechende Hinweisschilder zum Spielen und Liegen gekennzeichnet sind. Dazu gehören auch der Schul- und Bürgergarten, wobei auch auf den historischen Friedhöfen St.-Petri-Friedhof und Ehemaliger Friedhof der St.Martini-Gemeinde sowie dem St.Ulrich-Brpdern-Friedhof und dem St.Nicolai-Friedhofeine Anwesenheit von Hunden nicht erlaubt ist.

Eine Ausnahme von diesen Vorschriften zum Leinenzwang bzw. dem generellen Mitführverbot gelten wie im übrigen Bundesgebiet für Assistenzhunde, die zum Schutz bzw. zur Unterstützung von beeinträchtigen Personen ausgebildet sind und diese begleiten.

Strafen bei Nichteinhaltung der Leinenpflicht in Niedersachsen

Hundehalter, die ihr Tier in Niedersachsen trotz Leinenpflicht frei laufen lassen, müssen im Ernstfall mit erheblichen Konsequenzen rechnen. Zum einen kann das eine Strafzahlung in Höhe von bis zu 5000 Euro sein. Zum anderen ist es Jägern in Niedersachsen erlaubt, wildernde Hunde zu töten, wenn sich der dazugehörige Halter nicht im Bereich der sogenannten Einwirkungsmöglichkeit befindet. Auch wenn letzteres in der Realität eher selten vorkommt, ist es an fürsorglichen Hundehaltern, jegliches Risiko zu vermeiden und den Hund vorschriftsmäßig anzuleinen.

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1 Kommentar

  1. Klausi sagt:

    Das ist schon sehr verwirrend. Ich kann das nicht so richtig nachvollziehen warum das mit der Leinenpflicht überall anders ist. Wir sind letztes Jahr umgezogem und hier in Hannover ist das anders als auf dem Dorf von dem wir kommen.

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