Leinenzwang und Leinenpflicht

Leinenpflicht und Leinenzwang für Hunde

Leinenpflicht für Hunde in Bayern 

Das Bundesland Bayern kennt keine generelle Leinenpflicht für Hunde. Dennoch sollten Sie als Hundehalter einige Einschränkungen bedenken. Auch wenn Sie nicht per Gesetz dazu verpflichtet sind, Ihren Hund an der Leine zu halten, dürfen diese dennoch innerhalb von geschlossenen Ortschaften nur maximal 20 Meter von Ihnen entfernt frei laufen. Befinden Sie sich mit Ihrem Hund außerhalb einer Ortschaft, darf sich dieser bis zu 50 Meter ohne Leine frei bewegen. Sie sollten jedoch beachten, dass es in bestimmten Bereichen und Ortschaften durchaus zusätzliche Beschränkungen geben kann, an die Sie sich als Hundebesitzer zu halten haben. So etwa müssen Sie Ihren Hund in allen Städten des Bundeslandes auf Volksfesten und öffentlichen Märkten, aber auch in Aufzügen und auf Sportanlagen angeleint halten. Zudem gilt, dass jede Gemeinde gegebenenfalls eigene Regelungen im Hinblick auf die Leinenpflicht haben kann. Deshalb sollten Sie sich bei der zuständigen Behörde direkt vor Ort erkundigen, wo und wann Sie Ihren Vierbeiner angeleint haben müssen.

Zuständig für die Leinenpflicht in Bayern ist das bayrische Landesstraf– und Verordnungsgesetz

Die teilweise unübersichtliche Regelungen auf Gemeindeebene hat den Hintergrund, dass so die Regelung über die Anleinpflicht den örtlichen Gegebenheiten optimal angepasst werden können. Auch ist so eine bessere Umsetzung des Tierschutzes gewährleistet. Grundsätzlich basiert die Gesetzgebung über die Leinenpflicht im gesamten Bundesland Bayern auf das bayrische Landesstraf– und Verordnungsgesetz, kurz auch LstVG, und zwar genauer gesagt auf den dortigen Artikel 18. Darin wird unter anderem zwischen großen und kleinen Hunden in Bezug auf die Leinenpflicht unterschieden. Ein Hund gilt als besonders groß ab einer Schulterhöhe von 50 Zentimeter. Für diese Tiere und für Kampfhunde sollten die Gemeinden individuell das Recht erhalten, über die Leinenpflicht auf öffentlichen Straßen und Plätzen, aber auch Anlagen zu entscheiden. Als Ziel gilt dabei immer, dass die Gesundheit und Sicherheit der bayrischen Bürger ebenso umfassend zu schützen ist wie deren Eigentum. Das Landesgesetz ist aber auch dahingehend ausgerichtet, dass neben den individuellen zeitlichen und örtlichen Bedingungen auch das Bewegungsbedürfnis des Hundes beachtet wird.

Grundsätzlich sind kleine Hunderassen von der Leinenpflicht im entsprechenden Artikel der Landesordnung ausgenommen. Doch kann auch für sie die Verpflichtung zum Anleinen auf öffentlichem Raum verordnet werden. Dann ist allerdings die bayrische Gemeindeordnung dafür ausschlaggebend, die den Gemeinden diese Freiheit in der Selbstbestimmung zugesteht. Diese regelt ganz generell, wer und wie Zugang und Nutzbarkeit von öffentlichen Einrichtungen in Anspruch nehmen darf. Dazu gehören vor allem Spielplätze, aber auch städtische Grünanlagen. Hat sich eine Gemeinde zu einer entsprechenden Verordnung zum Leinenzwang entschlossen, gilt das auch für kleine Hunde.

Leinenpflicht in München

Seit dem Juli 2013 hat die Landeshauptstadt München eine Regelung eingeführt, wonach eine umfassende Anleinpflicht für große Hunde, die eine Schulterhöhe von mehr als 50 Zentimeter haben, gilt. Auch Hunde der Rasse Schäferhund, Boxer und Dobermann bzw. Deutsche Dogge müssen im Stadtgebiet bzw. zum Beispiel innerhalb des Altstadtringes und in sämtlichen Fußgängerzonen, aber auch in unmittelbarer Nähe zu Kinderspielplätzen an der Leine geführt werden. Grundsätzlich sind Sie als Hundebesitzer auch verpflichtet, Ihren Hund bei großen Ansammlungen von Menschen angeleint zu haben. Das führt dazu, dass es eine grundsätzliche Leinenpflicht für sämtliche Vierbeiner im Westpark ebenso wie auf den Wegen in innerstädtischen Grünanlagen gibt.

Leinenpflicht in Nürnberg

Auch die Großstadt Nürnberg hat eine umfassende Regelung zur Leinenpflicht eingeführt. Diese gilt für alle Hunde, die sich in Grünanlagen oder auf Wochen- bzw. Jahrmärkten befinden. Haben Sie einen großen Hund, dessen Schulterhöhe mehr als 50 Zentimeter beträgt, müssen Sie diesen in den städtischen Fußgängerzonen und auf dem Tiergärtnertorplatz sowie in der Königstorpassage und in allen Bereichen, die verkehrsberuhigt sind, angeleint haben.

Leinenpflicht in Augsburg

Die drittgrößte Stadt Bayerns, Augsburg, hat sich in Bezug auf eine Leinenpflicht dahingehend eingelassen, dass zusätzlich zu den Bestimmungen, die für das ganze Bundesland gelten, eine Leinenpflicht für die Bereiche Autobahnsee und Kuhsee bzw. Hettenbachufer in Kraft ist.

Regelung der Maulkorbpflicht für den Schäferhund, Dobermann, Pitbull und Rottweiler.
Ähnlich wie die Regelung zur Leinenpflicht nicht einheitlich und übersichtlich geregelt ist, trifft das für die Maulkorbpflicht zu.

Denn eine einheitliche Regelung finden Sie auch für diesen Themenbereich nicht, was bedeutet, dass die individuellen Bestimmungen durch die Gemeinden zu treffen sind. Dies betrifft im übrigen auch die gesetzliche Definition für Hunderassen, die vom Freistaat als Kampfhunde bzw. als besonders aggressiv eingeschätzt werden. Derzeit finden sich in dieser Liste die Rassen Pit Bull, Bandog und American Staffordshire Terrier sowie Staffordshire Bullterrier und der Tosa-inu. Einige weitere Rassen werden so lange als Kampfhund auf der entsprechenden Liste geführt, bis in individuellen Einzelfällen weder eine gesteigerte Aggressivität noch eine erhöhte Gefahr des Tiers nachgewiesen ist. Dazu zählen die Rassen Rottweiler und American Bulldog bzw. Mastino Napoletano und all deren Kreuzungen. Die komplette Liste dieser betroffenen Hunde können Sie auf der Onlinepräsenz der Bayerischen Staatskanzlei nachlesen. Es besteht die Möglichkeit, dass ein Hund auch ohne entsprechender Abstammung als Kampfhund eingestuft wird, wenn der Eindruck entsteht, er ist einem Aggressivität förderndem Training zugeführt worden.

Strafen bei Verstoß gegen die Leinenpflicht in Bayern

Da jede Gemeinde individuelle Bestimmungen in Bezug auf die Leinenpflicht hat, fallen auch die Strafen sehr unterschiedlich aus. Am besten ist es deshalb, wenn Sie sich als Hundehalter direkt selbst bei Ihrer Gemeinde erkundigen. Wenn Sie etwa in der Landeshauptstadt München Ihr Tier trotz entsprechender Verpflichtung nicht an die Leine nehmen und erwischt werden, müssen Sie mit einem Bußgeld zwischen 100 und 200 Euro rechnen. Und wenn Ihr Tier in München trotz gesetzlicher Vorschrift keinen Maulkorb trägt, schlägt sich das mit mehr als 1000 Euro zu Buche.

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